Bahn & Nachtzüge

Gemeinsame Anstrengungen für einen sauberen Bahnhof in Köln

Ein Bahnhof ist weit mehr als nur ein Haltepunkt für Züge. Er fungiert als Zugangstor, Visitenkarte und öffentlicher Raum, besonders ausgeprägt in Köln. Stadtteile wie Ehrenfeld, Nippes, Porz und Mülheim haben jeweils mehrere hunderttausend Einwohner und könnten in anderen Städten als eigenständige Großstädte bestehen. Wer am Bahnhof Ehrenfeld ankommt, betritt daher keinen gewöhnlichen Vorort, sondern einen urbanen Raum mit großstädtischem Charakter.

Notwendige Zusammenarbeit für Sauberkeit

Die Zusammenarbeit von Deutsche Bahn, KVB, der Stadt Köln, AWB und RheinNetz ist daher absolut notwendig. Ein sauberer Bahnhof, funktionierende Beleuchtung, intakte Aufzüge, gepflegte Zugänge und ordentlich nutzbare Fahrradabstellanlagen sind entscheidend. Sie prägen den ersten Eindruck eines gesamten Stadtteils.

Eine derartige Initiative sollte jedoch nicht bei einem Pressetermin enden. Die eigentliche Herausforderung beginnt am Tag danach. Für Fahrgäste und Anwohner sind die Zuständigkeitsgrenzen irrelevant. Niemand möchte sich fragen müssen, ob eine beschmierte Wand zur DB gehört, eine defekte Lampe RheinNetz, der Gehweg zur Stadt oder die Haltestelle zur KVB. Der Nutzer sieht lediglich einen Ort und erwartet, dass dieser funktioniert.

Dauerhafte Zusammenarbeit und Meldesystem

Wenn die beteiligten Unternehmen und Behörden gemeinsam reinigen können, ist es wichtig, dass sie auch dauerhaft zusammenarbeiten. Dazu sind feste Ansprechpartner, koordinierte Abläufe und vor allem ein einheitlicher Umgang mit Mängelmeldungen erforderlich. Es bedarf nicht zwingend einer neuen App. Bereits bestehende Kommunikationswege wie DB Navigator, KVB-App, VRS-App oder die mobile Mängelmeldung der Stadt Köln können genutzt werden. Denkbar wäre auch eine gemeinsame WhatsApp-Nummer.

Wesentlich ist nicht, wo eine Meldung eingeht, sondern was danach passiert. Bürger müssen Schäden melden können, ohne vorher das Organigramm des Kölner Nahverkehrs zu studieren. Ein Foto, der Standort und eine kurze Beschreibung sollten ausreichen. Im Hintergrund muss das System in der Lage sein, den Vorgang an die zuständige Stelle weiterzuleiten.

Darüber hinaus muss zügig gehandelt werden. Ein Mängelmelder darf nicht zum digitalen Papierkorb werden. Wenn ein Schaden mehrfach gemeldet wird, aber über Tage, Wochen oder gar Monate keine Reaktion erfolgt, fühlen sich die Menschen zu Recht nicht ernst genommen. Wer um Hinweise bittet, muss auch einen nachvollziehbaren Bearbeitungsstatus bieten: eingegangen, zuständig zugeordnet, in Bearbeitung, erledigt. Häufig gemeldete Schäden sollten zudem automatisch höher priorisiert werden.

Insbesondere an großen Verkehrsknotenpunkten wäre dies ein sinnvoller Schritt. Aus einer gemeinsamen Sauberkeitsaktion sollte sich ein dauerhaftes Qualitätsmanagement entwickeln. Der Erfolg wäre nicht der vierte gemeinsame Aktionstag, sondern der Moment, in dem solche Termine kaum noch notwendig sind.

Der richtige Maßstab ist klar: Der Fahrgast darf von den Zuständigkeitsgrenzen zwischen DB, KVB, Stadt, AWB und RheinNetz so wenig wie möglich mitbekommen. Wenn es den Partnern gelingt, dies zu erreichen, wird aus einer gelungenen PR-Aktion tatsächlich ein dauerhaft verbesserter Bahnhof.

Siehe auch: Köln reinigt Bahnhof Ehrenfeld Foto: Kölner Verkehrsbetriebe AG